Presslufthanna – Eingangsbereich

Du planst eine Reise in den hohen Norden – nach Kiel. Dabei denkst du zunächst an Ostsee, Hafen und Kälte? Alles zutreffend, auch wenn es im folgenden jetzt stürmisch und zugleich heiß wird. Dafür sorgt (nicht erst seit heute) Rapperin Presslufthanna aus Kiel. In Zusammenarbeit mit dem Münsteraner Label Blumeblau erschien mit „Eingangsbereich“, bereits Anfang März ihr Vinyl-Debüt. Dabei erwarten den Hörer insgesamt acht „ehrliche“ Hip-Hop Tracks, welche von Oskar Hahn und Plusma produziert wurden. Die derben Cuts von Jona Gold, Teleluke, DJ Polar und Sotah runden die Platte perfekt ab. Für alle ohne Plattenspieler gibt es die EP ebenfalls auf allen gängigen Streaming-Plattformen sowie zum Download auf Bandcamp/iTunes. Hip-Hop braucht definitiv mehr davon.

(Ben Fuchs)


Primetime Failure – Memory Lane

Während die einen Promo betreiben, schaffen andere Tatsachen: Die Pop-Punk-Band Primetime Failure veröffentlichte zwei Jahre nach „Home“ am Freitag ihr Album „Memory Lane“. In acht Tracks halten die Bielefelder das, wofür sie stehen: Skate-Punk mit stringenter 90er Attitüde. Da werden bei Mitdreißigern zwangsläufig Erinnerungen an schönere, Social-Media-freie Tage wach … Erneut aufgenommen im Tiny Pond Studio Hannover, sind die Songs auf „Memory Lane“ schnell und eingängig. Genau richtig, um beim nächsten Konzert von Primetime Failure komplett auszurasten, beispielsweise beim Hamburger Booze Cruise Festival im kommenden Monat oder beim Bielefelder Summer Soundz im Juli. Das grandiose Artwork stammt von SBÄM, der schon für Bands wie NOFX, Pennywise und Sum 41 tätig war. „Memory Lane“ ist ab sofort auf allen gängigen Plattformen erhältlich. Wer es ursprünglicher mag, bekommt das Album auch als wunderschöne Vinyl, samt Siebdruck auf der B-Seite von Fairtrade Merch.


Fab Kush – Family Guy EP

Man könnte meinen, dass das Klischee „Rapper und gleichzeitig Familienmensch“ nicht zueinander passen. Fab Kush beweist mit seiner EP „Family Guy“ (VÖ 13.07.2019) das Gegenteil. 

Er liefert eine sechs Song starke „EP“ aus der Sicht eines sich sorgenden, motivierten und fleißigen Vaters. Die EP ergreift mit treibenden und auch ruhigen Songs die Hörerschaft und nimmt sie mit auf eine Reise in der sich vor allem auch Eltern wiedererkennen können. Der umtriebige und nimmer ruhende Fab Kush zeigt auf seiner Platte, dass er erwachsen geworden ist.

Musikalisch wird er am Bass von Subsonic und mit Cutz von Dj Mirko Machine und Dj Rapit unterstützt. Die Beats kommen aus der Schmiede von Tony Crisp, Mad Cap, Haze der Bastla und DJ Knick Neck.

Als Rapgäste konnten Prok (Rhymez&Prok) und Mr.Jawbone (Ü3Punkt0/Ragganoia) gewonnen werden. Die EP erscheint über Art 4 Real auf CD und digital über alle gängigen Kanäle. Als kleine limitierte Auflage gibt es eine exklusive Tapeversion mit allen Instrumentals und einem Bonustrack zusammen mit Clishé MC. (Text/Foto: PR)


Shoreline – Eat My Soul

Das Debüt „Eat My Soul“ zeigt die Band nur eineinhalb Jahre nach ihrer Debüt-EP eindrucksvoll gereift! Nach ausgedehnten Touren in ganz Europa, u. a. als Support für Hot Water Music oder Adam Angst melden sich Shoreline aus Münster zurück. Die junge Band präsentiert einen facettenreichen Longplayer, der inhaltlich zwischenmenschliche Konflikte in besonderen Situationen thematisiert. Das Album entstand größtenteils auf Tour, so geht es um das Gefühl des Nicht-Zu-Hause-Seins, wenn Lebensereignisse wie der Tod eines Verwandten, Konflikte mit dem Partner oder Freunden aus einem Tourvan heraus erlebt werden. Musikalisch bewegen sich Shoreline mit „Eat My Soul“ im Spannungsfeld von The Menzingers bis hin zu Title Fight und vereinen ihre Wurzeln aus dem Punkrock mit frischen Einflüssen aus Emo und Indie. (pr)


Jace – Without Frontiers

Jace „Without Frontiers“ ist eine Schweizer Instrumental Vinyl mit 14 Anspielstationen. Nach vielen schweiz-deutscher Collabo-Projekten kommt Jace mit seinem Vinyl Debüt um die Ecke und schafft es dabei, mit klassischen Sample Sound am Puls der Zeit zu bleiben. Boom Bap, der über alle Grenzen hinaus seine Hörerschaft sucht. Bonustracks liefern Martin Meiwes und Manew. Cover by Blaesi Art, Master by Pawcut. Noch Fragen? (pr)


zero/zero – In Schönheit sterben

Klimawandel, Populismus, Krieg – aber immerhin geht diese Welt geil zu Grunde. Gebannt in 1080 mal 1080 Pixeln. Hauptsache sexy. Mach mal Story, zero/zero macht den Soundtrack dazu. Aus der Bubble direkt in das lachende Filter-Gesicht der ersten Welt. Sterben müssen wir sowieso, dann sollten wir dabei wenigstens schön aussehen. Ich nehme dann noch einen Soja Latte, war’s das? Mit ihrer neuen EP „In Schönheit sterben“ führen zero/zero das weiter, was sie auf „Erste Welt“ und „Schlangenöl“ begonnen haben. Satirische und sozialkritische Texte im Gewand von eingängigen Melodien und Refrains. (pr)


Don’t Call It Dad – Flowers

Wenn ich ehrlich sein soll, hätte ich dem Debütalbum „Flowers“ von Don’t Call It Dad nicht viel Beachtung geschenkt. Denn passend zum blumigen Titel sieht man auf dem Cover natürlich eine leicht verwelkte Blume, und das alles lässt nicht gerade auf Melodic Hardcore schließen, den die junge Bielefelder Band spielt. Aber hier wird nicht auf der Blumenwiese getanzt, sondern alles in den Boden gestampft. Don’t Call It Dad legen ein starkes, sehr abwechslungsreiches Debüt hin. Mit Songs, die den Moshpit vor der Bühne zum Kochen bringen sollten und mit solchen, die fast wie Balladen klingen, jedoch gleichzeitig zum Headbangen anregen. Solltet ihr also auf der Suche nach neuen Heavy Metal Alben ein scheinbar harmloses Cover sehen, mit einer gelben, verwelkenden Blüte, dann wundert euch nicht, sondern hört mal rein. Es lohnt sich. Mich persönlich hatte die Band schon beim zweiten Song „Changing Seasons“ überzeugt. Die erste Single des Albums „être“ wurde bereits mit dem dazugehörigen Musikvideo im März 2018 veröffentlicht und erschien auf dem Soundz of the City Sampler der Auftakt – Musikkooperative Bielefeld e. V. im Mai 2018. (Thomas Williams)


LEAD Inc. – Mirage

Erst einmal Hut ab wegen der gelungenen und sauberen Produktion, welche von LEAD Inc. in Eigenregie durchgeführt wurde. Da gibt es von meiner Seite aus nichts zu meckern, denn „Mirage“ hat alles, was ein Studioalbum ausmacht. Musikalisch bewegt sich die Band im Progressive Metal/Rock und erinnert, was das Instrumentale betrifft, am meisten an Tool. Die Songs sind fast durchgehend ruhig, fast schon meditatös. Womit sie sich aber ganz weit von Tool entfernen, ist die Stimme von Sängerin Naomi. Ihr Cleangesang passt wunderbar zu den ruhigen Melodien, in den härteren Momenten des Albums überrascht sie mit aggressiven Growls. Dass diese sich aber nur selten zeigen, gehört zu den Stärken des Albums. Die Songs zeigen sich damit durchdachter. Die Band selber nennt Tool als großen Einfluss, was nicht schlecht sein mag, denn Fans dieser Band sollten LEAD Inc. definitiv mal antesten, jedoch wäre etwas mehr Eigenständigkeit wünschenswert. Da „Mirage“ aber erst das Debütalbum der Band ist, kann in Zukunft noch viel passieren. (Thomas Williams)